Cordoba

Bevor es weiter nach Bolivien ging, gab es einen kleinen Zwischenstop in Cordoba, der Studentenstadt Argentiniens. Viele der alten Kolonialbauten beherbergen heute die bedeutende Universität. Nachdem ich mich zunächst für eine Stadtführung für Cordoba in Spanien angemeldet hatte (und den Fehler dann zum Glück noch rechtzeitig mitbekommen hab), fand ich mit der Free Walking Tour eine angemessene und vor allem etwas näher gelegene Alternative 🙂

Das letzte Bild zeigt übrigens ein architektonisches Kuriosum – das Haus ist weniger als 2 Meter breit und entstand auf Grund von “eigenwilligen“ Grundstückseigentümern. Neben dem schönen Kirchen und Kathedralen ist Cordoba auch eine ziemliche Kunststadt und das spiegelt sich in jeder Ecke wider.
Die Linien auf dem Boden der ersten beiden Bilder ergeben übrigens von oben (auf Google Maps) die Silhouette der Gebäude – tolle Idee 🙂 Aber auch sonst findet man so eine außergewöhnliche Dinge wie etwa umhäkelte Palmen in der Stadt.

El Calafate und der Perito Moreno

Von El Chaltén ging es weiter nach El Calafate – dem Touri-Ort überhaupt. Die gesamte Hauptstraße des Dorfes besteht nur aus aneinander gereihten Souvenirgeschäften. Mit einem etwas abseits gelegenem Hostel, dass einen wunderschönen Blick über See und Stadt eröffnete, konnte ich dem jedoch zumindest zeitweise entkommen.

Nach einem entspannten Vormittag ging es dann für zunächst mit dem Bus bis zum Nationalpark, wobei ich schon die ersten Blicke auf den sehr beeindruckenden Gletscher Perito Moreno werfen konnte. Weiter ging es zunächst mit dem Boot vom Wasser aus soweit wie möglich ran. (Da immer wieder große Eisblöcke herabbrechen, ist die Gefahr auch von dort zu groß um direkt ranzukommen.)

Trotzdem es größtenteils bewölkt war, beeindrucken die scheinbar leuchtenden Blau- und Grautöne sehr. Nach der Bootstour kann man auf verschiedenen terassenförmig angelegten Wegen den Gletscher von allen Seiten bewundern. Das Knacken, knirschen und regelmäßige herabbrechen von riesigen Stücken hat eine hypnotisierende Wirkung, die einen stundenlang fesseln kann.

Von weiter oben konnte man dann erst das ganze Ausmaß des Gletschers so wirklich erfassen – einfach nur beeindruckend!

El Chaltén – Laguna de los Tres

Am zweiten Tag in wundervollen El Chaltén stand etwas mehr auf dem Plan – vor allem was die Höhenmeter anging. Auf Empfehlung der Ranger des Nationalparks ging es morgens mit einem Minivan entlang der Ruta 41 bis El Pilar. Von dort aus lassen sich zwei Tagestouren miteinander kombinieren.

Zunächst ging es zum Mirador Glaciar Piedras Blancas (Aussichtspunkt des Gletschers “weiße Steine“), immer oberhalb eines Flusses entlang durch wunderschöne Wälder.

Von dort aus ging es weiter zum eigentlichen Ziel: Laguna de los Tres (“See der Drei“) und das hatte es mehr als in sich. Wenn man unten das Schild noch 1 km sieht, denkt man sich noch – gleich geschafft. Gleichzeitig geht es dabei jedoch auch noch 500 Meter nach oben. Über Stock und Stein (bzw. eher Stein und Stein und Stein) geht es stetig nach oben. Gleichzeitig hatte ich das “Glück“, dass das Wetter immer schlechter wurde und – nach einer Stunde endlich oben angekommen – vollständig umgeschlagen ist. Sturm, Wind, waagerechter peitschender Regen. Genau was man sich am schönsten Aussichtspunkt nach einstündigem Bergsteigen wünscht – aber trotzdem, für die Aussicht war es allemal das wert:

Neben der wunderschönen Sicht über einen großen Teil des Nationalparks eröffnete sich der Blick auf zwei Gletscher und drei wunderschöne, türkise Seen. Leider leiden die Bilder neben Regentropfen ein wenig darunter, dass man auf Grund des Sturmes teilweise kaum auf der Stelle stehen konnte. Nur das regelmäßige hinter einen Stein kauern half dabei, dass mir meine Hände nicht vollständig abgefroren sind 😉
Auf dem Weg nach unten wurde ich dann mit einem Regenbogen belohnt. Der Regen und das Graupelwetter sollte noch den ganzen restlichen Tag hinter mir herziehen – glücklicherweise jedoch immer ein paar Kilometer hinter mir. Weiter Richtung El Chaltén ging es dann noch vorbei am Laguna Capri, an dem sich einige spatzenähnliche dem Wind standhaft widersetzt haben.

Zum Schluss gab es dann noch einmal einen tollen Blick auf den vom Gletscherwasser türkis gefärbten Rio de las Vueltas, bevor ich nach der 8-stündigen Wanderung wieder in El Chaltén gelandet bin.

El Chaltén – Laguna Torre

Nachdem ich es eigentlich aus Zeit- und Geldgründen schon von der Liste gestrichen habe, ging es dank günstiger Flüge von Buenos Aires aus doch spontan Richtung Patagonien. Gelandet in El Calafate ging es direkt weiter nach El Chaltén, von wo aus man den Parque Nacional Los Glaciares (Gletscher-Nationalpark) wunderbar zu Fuß erkunden kann.

El Chaltén ist ein süßes kleines Kaff, mit vielen bunten Häusern, das aussieht, als ob es gerade erst besiedelt wurde – was auch gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt ist. Es wurde erst 1985 gegründet um das Gebiet vor den Ansprüchen Chiles zu schützen. Zwei-etagige Häuser gibt es nur wenige – höhere Häuser gar keine. Mobilfunkempfang – Fehlanzeige, WLAN im gesamten Ort die Katastrophe. Dafür viele Backpacker, Kletterer und entspannte Reisende. Das gesamte Dorf ist etwa 1 km lang, die Straße ewig breit, aber eigentlich kein Verkehr. Wie man eine Straße bauen kann, auf der etwa 5 Autos nebeneinander passen würden, auf dem Bürgersteig allerdings kaum zwei Menschen aneinander vorbei passen wird wohl ein ungelöstes Rätsel für mich bleiben. Spielt aber auch keine Rolle, da eh alle direkt auf der Straße laufen.

Angekommen im Hostel fragte ich an der Rezeption nach einer etwa 3-4 stündigen Tour, da es bereits kurz vor 16 Uhr war. Der Weg zum Laguna Torre wurde mir daraufhin empfohlen – 3h bis dahin. Ja richtig drei Stunden hin – also hin und zurück sechs Stunden. Nachdem ich noch mal nachgefragt hatte und als Antwort “Es ist eh bis zehn hell.“ als Antwort bekommen hab, beschloss ich einfach erst mal loszulaufen – früher umkehren kann man ja immer noch.
Nach der ersten dreiviertel Stunde war ich mir dann ziemlich sicher, dass ich spätestens nach 2 Stunden wieder umkehren werde, da ich die 9 km bis zur Lagune eh niemals so schaffen werde, dass es noch hell ist , wenn ich wieder komme. Immer Bergauf, die Sonne brennt, keine Menschenseele zu sehen und wahrscheinlich gerade mal 2 Kilometer geschafft.
Nach ca. 1 1/4 h habe ich den ersten Aussichtspunkt erreicht – auf der Karte geschätzt c.a. 3 km.

Ich beschloss bis halb 7 weiter zu laufen – so ganz traute ich der Aussage mit dem Sonnenuntergang nicht. Die richtige Entscheidung wie sich herausstellen sollte, denn letztendlich brauchte ich für die folgenden 6 km etwa die gleiche Zeit und wurde mit der Aussicht auf den Gletscher Torre belohnt.

Spät gestartet ist mir der Großteil der nicht gerade vielen Menschen bereits auf dem Hinweg entgegen gekommen und ich konnte in aller Ruhe die wundervolle Natur genießen. Die Wanderwege sind im Nationalpark Los Glaciares eher schmale Pfade durch die Natur, das Wasser in den ganzen kleinen Bächen und auch größeren glasklaren Flussläufen kann man bedenkenlos trinken – frisches Gletscherwasser und sehr positiv zu bemerken – hier halten sich alle daran keinerlei Müll zu hinterlassen!

Nach rund 20 km bin ich letztendlich gegen kurz nach 9 wieder in El Chaltén angekommen und es war tatsächlich noch nicht wirklich dunkel 🙂

Buenos Aires – Recolta, Puerto Madero, La Boca und Tigre

Neben den schon beschrieben Vierteln von Buenos Aires gibt es noch viele, viele mehr und mehr oder weniger sicher – unter anderem das Viertel La Boca. Sucht man nach Buenos Aires, findet man als erstes immer die Bilder der bunten Häuser. Gerade das Umfeld dieses Viertels ist jedoch (nicht nur für Touristen) sehr gefährlich. Deswegen habe ich beschlossen am ersten Wochenende eine Fahrradtour durch die Stadt zu machen, die vom Microcentro, über Recolta und Palermo, weiter zum Hafenviertel Puerto Madero, San Telmo bis nach La Boca und zurück führt. Kleines Highlight der Tour waren dabei die aus Bambus gebauten Fahrräder – ein ganz eigenes Fahrgefühl, dass man mal erlebt haben sollte!

Glücklicherweise habe ich diese Tour direkt nach Silvester am 2. Januar gemacht und die gesamte Stadt wie leergefegt. Zuerst ging es nach Recolta, dass neben den Cementerio, den ich ja schon besucht hatte, ein großes Gelände für die Universität zu bieten hat, inklusive einer riesigen Blume aus Metall (Floralis Generica), die sich je nach Tageszeit öffnet, schließt und bunt anstrahlt wird. Von dort aus ging es weiter über Palermo zum Hafen, der sich in einen alten und neuen Part teilt.

Weiter ging es immer am Wasser entlang Richtung La Boca – wirklich bunt sind hier nur etwa 4 Straßenzüge, die auch entsprechend von der Polizei für einen Besuch gesichert werden. Da wir mit dem Fahrrad unterwegs waren, hatte ich die Chance auch außerhalb dieses von Touristen völlig überlaufenen Bereichs etwas von dem Viertel zu sehen. Die Häuser wurden aus dem Wellblech alter Schifffracks gebaut und mit vom Streichen der Schiffe übrig gebliebener Farbe nach und nach bemalt. Der Hafen selbst, dem La Boca (Der Mund) seinen Namen zu verdanken hat, sammelt allen Müll, der sich durch den Flusslauf durch die Stadt so gesammelt hat und riecht auch entsprechend.

Da mir die Fahrradtour dort gefallen hat, beschloss ich eine Woche später noch eine Tour Richtung Tigre zu machen. Tigre ist wohl das grünste und reichste Stadtviertel von Buenos Aires. Benannt nach dem Flussdelta des Tigre gibt es hier ein weitverzweigtes Netz von Flussarmen, die sehr an den Spreewald erinnern. Zunächst ging es aber durch den Teil auf dem Festland, der vor allem Wochenendvillen der Reichen aus Buenos Aires und Umgebung beheimatet.

Nach einer kleinen Stärkung mit der in Südamerika üblichen Mate, ein aus getrockneten Mateblättern aufgebrüht Tee, ging es weiter zum Flussbett – und zwar nicht mehr zu Fuß, sondern in Kajaks. Auf einer der Inseln aßen wir dann mal wieder ein super leckeres Asado.

Buenos Aires – Silvester, Leute und Essen

Silvester an einem anderen Ort als Berlin – das erste Mal für mich und es war mehr als anders! Nicht nur dass 25 Grad in der Nacht dann doch deutlich wärmer sind, es gab keinerlei Böller und auch kaum Feuerwerk und einige Fluglaternen.  Dafür – dem Wetter angemessen – lecker Essen vom Grill und später noch einen Clubbesuch (leider auch nicht mit Berlin zu vergleichen, aber was soll’s).

Das Essen ist hier generell sehr gut, die typischen Parillas (sprich: Parischa, bezeichnet den Grill und gleichzeitig Restaurants mit einem Grill) mit ihren Asados (Gegrilltem) gibt es an jeder Ecke. Allein der Geruch ist köstlich, ganz zu schweigen von dem langsam gegarten Fleisch, am besten ein schönes argentinisches Steak oder Rippchen oder die Würste oder oder oder…. Aber auch die in der Regel frisch gemachten Empanadas sind nicht zu verachten. An etwas gesünderes Essen ranzukommen ist wiederum gar nicht so einfach. Zum Glück gibt’s um die Ecke meine Sprachschule einen kleinen Selbstbedienungsladen mit frischen Salat und Gemüse – genau das richtige für mittags.

Buenos Aires – Recolta

Das berühmteste des Stadtteils Recolta ist wohl sein Friedhof – der Cementerio de Recolta. Bevor man den Cementerio betritt, kommt man an einem riesigen Baum vorbei, der so alt istwie Argentinien unabhängig und damit bereits seit 1816 dort steht.

Aber zurück zum Friedhof – hier legen viele bedeutende Personen und Politiker beerdigt. Eine der bekanntesten ist Eva Perón (Evita), deren Abbilder überall in der Stadt zu finden sind, wie bspw. auf einem Hochhaus in der Avenida 9 de Julio – nachts sogar beleuchtet. Sie war die Frau des Präsidenten Peróns und etablierte in Argentinien das Frauenwahlrecht und setzte sich stark für die ärmere Bevölkerung ein. Mit 33 Jahren bereits gestorben ist sie für die Argentinier eine Ikone und heute auch auf dem 100 Pesos Schein zu sehen.
Aber auch sonst ist der Friedhof sehr beeindruckend – nach etwa 5 Minuten habe ich völlig die Orientierung verloren, was allerdings auch nicht weiter schlimm war, den es gibt dort sehr viele Ecken zu entdecken.

Buenos Aires – Ankunft, Unterkunft und Umgebung

AmIgoAm 26.12. ging meine Reise los – von Berlin über Madrid ging es nach Buenos Aires, der Hauptstadt von Argentinien. Mit recht wenig im Rucksack, bin ich sogar nur mit Handgepäck unterwegs und konnte jegliche Sorgen um verlorengegangene Koffer sparen 🙂 In Buenos Aires bin ich in einer Studenten WG untergekommen, die einen tollen antiken Fahrstuhl hat – in den 7. Stock Altbau möchte glaube ich niemand die Treppen nehmen.

Das Viertel Balvanera, in dem meine Unterkunft liegt ist direkt angrenzend zum Microcentro (Teil von San Nicolas und Monserrat) in dem auch meine Sprachschule ist. Jeden Tag geht’s daher 30 min zu Fuß, an völlig von Autos und teilweise auch Menschen überfüllten Straßen entlang. Der Nahverkehr (Busse und U-Bahn) ist zwar super billig mit c.a. 30 Cent pro Fahrt, aber leider auch komplett überlaufen. Daher geht’s lieber an den von Bäumen gesäumten Straßen entlang, übrigens eine der wenigen Großstädte außer Berlin, in der man so viele Bäume am Straßenrand findet – zusammen mit den ganzen Altbauten fühlt man sich irgendwie ein bisschen zu Hause!